
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird bereits seit über 100 Jahren gegen bösartige Tumore eingesetzt. Heute ist sie eine der tragenden Säulen der Onkologie und mit der Chirurgie die wesentliche lokal wirksame Methode.
Durch intensive Forschung und Fortschritte auf dem Gebiet der Technologie konnte sie insbesondere in den letzten 20 Jahren eine rasante Weiterentwicklung erfahren. Seit dem Ende der achtziger Jahre hat sie als eigenes Facharztgebiet (»Arzt für Strahlentherapie«) besondere Anerkennung gefunden.
Ziel der Strahlentherapie ist es, die Teilung der Tumorzellen und damit das Tumorwachstum zu verhindern bzw. die Tumorzellen absterben zu lassen. Diese Wirkung beschränkt sich auf das Bestrahlungsgebiet und ist insbesondere wichtig, um solche Tumoren zu erreichen, die zur Neubildung oder Metastasierung in angrenzende Lymphknoten neigen. Darüber hinaus besteht, insbesondere bei unvollständiger Entfernung des Tumorgewebes, fast immer die Indikation zur Strahlentherapie. In diesen Fällen ist die fachgebietsübergreifende Zusammenarbeit mit Chirurgen und Pathologen besonders wichtig, um anhand der Operationsberichte und Pathologiebefunde die Risikoregionen zu definieren.
Oft lassen sich durch die Nachbestrahlung auch radikale Operationen und der damit verbundene Organverlust vermeiden. So war noch bis vor etwa zwanzig Jahren für die meisten Brustkrebspatientinnen die Amputation die Standardtherapie. Auf diese Weise wollte man das Risiko ausschließen, bei der Tumoroperation möglicherweise bösartige Zellen zurückzulassen. Heute können bei anschließender Nachbestrahlung die gleichen Heilungserfolge erzielt werden, sofern es gelingt, den Tumor im gesunden Gewebe zu entfernen. Die Brust bleibt bei dieser Vorgehensweise erhalten. Beim Enddarmkrebs, um ein weiteres Beispiel zu nennen, gelingt durch die Kombination von Chirurgie, Strahlen- und Chemotherapie viel öfter der Erhalt des natürlichen Darmausgangs als früher. Konzepte, in denen die Strahlen- und Chemotherapie bereits vor der Operation eingesetzt werden, erreichen dies oft sogar bei tiefsitzenden Karzinomen. Beim Analkarzinom ist eine Heilung sehr häufig sogar mit alleiniger Strahlen-/Chemotherapie zu erzielen.
Auch dort, wo eine Heilung der Krebserkrankung nicht mehr möglich ist, kann die Strahlentherapie oftmals die Symptome lindern und damit sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich verbessern. Bei vielen Patienten, die im Alter an Krebs erkranken, kann man sagen, dass sie daran mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vorzeitig sterben werden, wenn das Tumorwachstum durch die Strahlentherapie gebremst wird.
Der Schwerpunkt der strahlentherapeutischen Maßnahmen liegt bei der Behandlung von Tumorpatienten. Für eine Reihe von Tumorerkrankungen ist die Strahlentherapie allein oder in Kombination mit anderen Behandlungen die Methode der Wahl und erzielt gute Erfolge.
Unter Beachtung nationaler und internationaler Standards erfolgt unsere Therapie mit modernen Geräten so schonend wie möglich und so intensiv wie nötig, wobei wir insbesondere auf ein ausgewogenes Nutzen-Risiko-Verhältnis achten. Die moderne Medizin hat eine ganze Reihe von Wegen erarbeitet, Krebserkrankungen wirksam zu bekämpfen. Etwa die Hälfte aller Patienten kann geheilt werden, wobei je nach Tumor-Art die Heilungschancen höher, aber auch niedriger liegen können. Je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.
Die Strahlen, die wir gegen Tumoren richten, sind zerstörend und lebenserhaltend zugleich. Dank moderner bildgebender Verfahren wie der Computertomographie und der Kernspintomographie können Größe, Lage und Form auch tiefliegender Geschwülste außerordentlich präzise bestimmt werden. Moderne Bestrahlungsgeräte machen es im Anschluss möglich, die therapeutisch wirksamen Strahlen zielgenau auf das Tumorgewebe zu richten. Hautoberfläche und umgebendes Gewebe werden weitgehend geschont. Damit wirkt diese Behandlung lokal, also unmittelbar am Ort des Krankheitsgeschehens.
Unsere Informationsbroschüre zum Thema »Moderne Strahlentherapie« finden Sie bei den Print-Medien.
Das Verfahren bieten wir an folgenden Standorten an:
Aachen, Duisburg, Eschweiler, Hilden, Köln-Rodenkirchen, Leverkusen (Am Gesundheitspark), Leverkusen (Fixheide), Remscheid (Strahlentherapie), Solingen (Klinikum), Wesseling

